"Der wahrscheinlich beste Angeltrip meines Lebens!"
Raubfisch-Profi Max Guder war bereits 2025 beim YPC Bank Final in Finnland. Im Sommer 2026 kehrte er mit seinem Angelkumpel Willi zurück, um die faszinierenden Gewässer rund um Pielinen und Lentiira intensiv zu befischen. Was er dabei erlebte, erzählt er in seinem Reisebericht!
Es gibt Angelreisen, die vergisst man nach einigen Monaten wieder. Und es gibt Reisen, die sich dauerhaft ins Gedächtnis einbrennen. Finnland gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie.
Meine erste Reise in den hohen Norden führte mich bereits 2025 im Rahmen des YPC Bank Finals in die Region Lentiira. Damals stand der Wettkampf im Mittelpunkt, sodass nur wenig Zeit blieb, das riesige Revier wirklich kennenzulernen. Schon bei der Ankunft war allerdings klar, dass diese Landschaft etwas Besonderes ist: endlose Wälder, unberührte Seen und eine Ruhe, wie man sie in Mitteleuropa kaum noch findet. Bereits nach einem kurzen Rundgang durch die Lodge war die Vorfreude riesig.
Während des Turniers zeigte sich schnell, warum Finnland unter Raubfischanglern einen so hervorragenden Ruf genießt. Die Frequenz war beeindruckend. Barsche und Hechte ließen sich regelmäßig fangen und nahezu jeder Spot versprach Action. Lediglich der Zander entzog sich mir hartnäckig. Trotz intensiver Turniertage blieb dieser Fisch für mich damals unerreichbar, was vermutlich an der zu erreichenden Wassertiefe lag.
Dafür sollte gleich am ersten Wettkampftag ein anderer Moment unvergesslich werden. Ein gewaltiger Hecht von 107 Zentimetern stieg mir ein. Nicht nur mein persönliches Highlight, sondern zugleich der größte Fisch des gesamten Turniers. Dieser Fang zeigte eindrucksvoll, dass neben der hohen Stückzahl auch echtes Großfischpotenzial vorhanden ist. Genau dieser Fisch war letztendlich der Auslöser für einen Gedanken, der mich seitdem nicht mehr losließ: Ich musste wiederkommen.
In den Wettkampftagen blieb noch etwas Zeit, einige weitere Gewässer der Region zu erkunden. Besonders die flachen, krautreichen Seen hatten es mir angetan. Topwater-Köder und Spinnerbaits sorgten dort für spektakuläre Bisse und eine unglaubliche Hechtfrequenz. Doch je mehr Gewässer ich sah, desto deutlicher wurde, dass zwei Tage bei Weitem nicht ausreichen, um dieses riesige Revier kennenzulernen. Also stand schnell fest: Die Rückkehr nach Finnland war nur eine Frage der Zeit.
Im Sommer 2026 war es schließlich so weit. Die Reise begann in Frankfurt mit dem Flug über Helsinki nach Oulu. Von dort ging es mit dem Mietwagen weiter an den Pielinen, den viertgrößten See Finnlands. Schon die ersten Kilometer entlang des gewaltigen Sees machten deutlich, welche Dimensionen dieses Revier besitzt: kilometerlange Schilfgürtel, unzählige Inseln, tiefes Freiwasser und nahezu unberührte Natur – ein Paradies für jeden Raubfischangler.
Und bereits am ersten Spot bestätigten sich sämtliche Erwartungen. Beim Jiggen konnten mein Angelkumpel Willi und ich innerhalb kürzester Zeit ein halbes Dutzend Zander fangen. Der Auftakt hätte kaum besser verlaufen können. Im Laufe des Tages folgten zahlreiche weitere Zander und Hechte. Der größte Hecht des ersten Tages brachte bereits starke 118 Zentimeter auf das Maßband. Doch das sollte erst der Anfang sein.
Mit jedem weiteren Angeltag lernten wir das Revier besser kennen. Die klassische Angelei auf Hecht und Zander war unglaublich konstant. Egal, ob flache Buchten, Kanten oder tiefere Bereiche – überall standen Fische. Die Barschbestände sollen ebenfalls hervorragend sein, doch wir entschieden uns bewusst dafür, unsere gesamte Zeit den großen Hechten und Zandern zu widmen.
Dabei spielte das hervorragend ausgestattete Boot der Lodge eine entscheidende Rolle. Ausgerüstet mit modernster Livescope-Technik konnten wir gezielt nach kapitalen Räubern suchen und einzelne Großfische anangeln. Diese Art des Angelns eröffnete völlig neue Möglichkeiten und machte die Jagd auf Ausnahmefische noch spannender.
Nach vier Angeltagen standen Hechte bis 123 Zentimeter und Zander bis 97 Zentimeter auf unserer Fangliste. Noch beeindruckender war allerdings die Konstanz der Fischerei. Mehr als ein Dutzend Hechte über der 110-Zentimeter-Marke innerhalb weniger Tage sprechen eine Sprache, die kaum einer weiteren Erklärung bedarf. Für mich gehört der Pielinen ohne Zweifel zu den beeindruckendsten Großhechtrevieren, die ich bislang befischen durfte.
Anschließend führte unsere Reise zurück nach Lentiira. Bevor wir dort das eigentliche Lodgegewässer befischten, erkundeten wir einige finnisch-russische Grenzgewässer. Flache Krautfelder boten ideale Bedingungen für Spinnerbaits und Topwater-Köder. Die Hechtfrequenz war enorm und nahezu jeder geeignete Bereich brachte Kontakte. Der ganz große Fisch blieb zunächst zwar aus, doch die Vielzahl aggressiver Bisse sorgte für jede Menge unvergesslicher Momente.
Zurück auf dem Lentiira-See konnten wir endlich auch vom Boot aus angreifen. Bereits kurze Zeit später fing ich meinen allerersten Zander aus diesem Gewässer – einen Fisch, auf den ich seit meinem ersten Besuch gewartet hatte.
Besonders auffällig war der Unterschied zum Pielinen. Während dort die schiere Anzahl der Zander beeindruckte, lag in Lentiira die Durchschnittsgröße deutlich höher. Regelmäßig fingen wir Fische zwischen 60 und 75 Zentimetern, dazu kamen mehrere Exemplare bis etwa 85 Zentimeter.
Auch die Hechtangelei überzeugte auf ganzer Linie. Immer wieder sorgten explosive Attacken auf Topwater-Köder für Gänsehautmomente. Gerade diese Oberflächenbisse bleiben mir lange in Erinnerung. Hechte bis 114 Zentimeter zeigten außerdem, dass auch Lentiira hervorragende Räuber beherbergt.
Persönlich sehe ich das größte Potenzial für absolute Ausnahmehechte zwar weiterhin am Pielinen, doch Lentiira begeistert dafür mit einer unglaublichen Vielseitigkeit und einer außergewöhnlich konstanten Fischerei.
Den perfekten Abschluss fand unsere Reise schließlich gemeinsam mit dem ehemaligen Lodgebesitzer Petri. Er nahm uns mit auf eine Ausfahrt, zeigte uns seine persönlichen Hotspots und führte uns über Flüsse und Verbindungsgewässer hinaus auf weitere Seen. Diese Tour vermittelte noch einmal eindrucksvoll, wie gigantisch das finnische Gewässersystem tatsächlich ist. Wasser scheint hier kein Ende zu kennen. Hinter jeder Kurve eröffnet sich ein neuer See, ein neuer Fluss oder eine weitere vielversprechende Bucht.
Genau diese schier unendliche Vielfalt macht Finnland so einzigartig. Man hat nicht das Gefühl, alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Stattdessen wächst mit jedem Angeltag die Neugier auf das nächste Gewässer und den nächsten Spot.
Als wir schließlich die Heimreise antraten, stand für mich längst fest, dass dies nicht mein letzter Besuch gewesen sein würde. Nicht, weil ich mir noch beweisen müsste, dass dort noch größere Fische schwimmen. Sondern weil ich heute weiß, dass Finnland genau das bietet, wonach wir Angler alle suchen: unberührte Natur, fantastische Fischbestände, abwechslungsreiche Gewässer und unvergessliche Erlebnisse.
Wenn mich heute jemand fragt, welcher Angeltrip mich bislang am meisten beeindruckt hat, fällt mir die Antwort leicht. Diese Reise nach Finnland war nicht einfach nur ein Urlaub. Sie war wahrscheinlich der beste Angeltrip meines bisherigen Lebens – und ganz sicher nicht der letzte.
Info: Finnland wartet – und es lohnt sich. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot mit Flügen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ins Lentiira Fishing Camp oder in Tonis Wilderness Camp am Pielinen. Rufen Sie uns gerne an unter Tel. +49 (0) 261 - 91554 - 0 oder stellen Ihre Buchungsanfrage ganz schnell und praktisch in unseren Online-Formular.
