Irland: 10-Lure-Challenge auf dem Kabinenkreuzer
Natürlich darf auf einer Hausboottour auf dem River Shannon die Hechtrute nicht fehlen. Um das Angelgepäck zu minimieren, stellen sich Marius Miesen und Frank Brodrecht vom Kingfisher-Team einer echten Herausforderung: Beide wollen sich auf ihrer 3-tägigen Testreise mit Carrick Craft in der Woche vor Ostern auf wenige Lieblingsköder beschränken. Auf zur 10-Lure-Challenge!
Hausbootferien liegen voll im Trend, und Irland bietet mit seinen verzweigten Wasserstraßen ideale Voraussetzungen: River Shannon, der Shannon-Erne Waterway sowie der River Erne ergeben ein zusammenhängendes Flusssystem von fast 400 km Länge. Die Reise auf dem Hausboot führt durch herrliche Landschaften im Zentrum der Grünen Insel. Vorbei an urigen irischen Dörfern, durch schmale Kanäle mit steinernen Brücken, über riesige Seen mit breiten Schilfgürteln.
Das Einfahren in die zahlreichen Schleusen entlang der Route erzeugt jedes Mal ein Nervenkribbeln. Das stellen auch mein Kollege Marius und ich fest, als wir morgens von Carrick-on-Shannon aus Kurs gen Süden genommen haben und am Ausgang des Jamestown Canals mit unserer Kilkenny, einem älteren, aber sehr beliebten Bootstyp, übervorsichtig in die Albert Lock einfahren. Der Schleusenwärter sieht geduldig mit einem milden Lächeln unserem Anlegemanöver zu. Als wir 15 Minuten später stolz aus der Schleuse ausfahren und unserem neuen Freund, dem Schleusenwärter, lässig zuwinken, können wir es fühlen: Kapitän auf eigenem Boot – das macht echt was her!
Unser Plan ist es, heute Strecke zu machen und bis nach Lanesborough am Nordufer des Lough Ree durchzufahren, um dann in den nächsten 2 Tagen in aller Gemütlichkeit die Rücktour zu genießen und vielversprechende Plätze in Fluss und See intensiv zu befischen.
Mit den zurückgelegten Kilometern stellte sich auch ein Gefühl für das Fahrverhalten unseres über 10 m langen Kabinenkreuzers ein: ein erstaunlich wendiges Boot mit toller Raumaufteilung, das sich eigentlich im Schlaf manövrieren lässt. Die Betonung liegt auf eigentlich, denn der starke Ostwind, gepaart mit Frühjahrshochwasser auf dem Shannon, verleihen unserer gutmütigen Kilkenny immer wieder eine Eigendynamik, die unsere volle Aufmerksamkeit erfordert und uns daran erinnert, dass wir noch lange keine erfahrenen Kapitäne sind.
Wie schön, am Abend nach geglücktem Anlegemanöver im Hafen von Lanesborough auf festem Boden zu stehen und im Zentrum die Pubkultur der Iren in vollen Zügen zu genießen!
Auf der Rückreise an den folgenden beiden Tagen tuckern wir gemütlich flussauf, werden vom Kapitänshandbuch an Bord sicher durch alle Kurven und Flachzonen geleitet und genießen die Frühlingssonne, die die irische Bilderbuchlandschaft in einen warmen Gelbton taucht, aus dem die leuchtend grünen Schilfspitzen am Ufer hervorstechen.
Und die großmündig angekündigte 10-Lure-Challenge? Die droht auf der gemütlichen Hausboot-Reise durch den irischen Frühling fast ein wenig in den Hintergrund zu geraten. Also rein ins Beiboot und hin in die flachen Buchten, an die dichten Schilfgürtel und auf die Auswaschungen im Bereich von einmündenden Kanälen. Marius setzt als Hecht-Profi tendenziell auf etwas größere Köder, um die Monster aus den Löchern zu kitzeln, während ich als Wald- und Wiesenangler mit etwas kleineren Ködern auf Vielfalt setze und mir auch Chancen auf einen dicken Barsch oder eine Brown-Trout verspreche. Sonderbarerweise fängt Marius dann den dicken Barsch, während die Hechtmonster einen Bogen um seine großen Happen machen. Und da die Hechte zwischen 60 und 80 cm, die wir in diesen beiden Tagen ans Band bekommen, sich auf meine etwas kleinere Köder eingeschossen haben, endet unsere Challenge mit einem erhebenden 14:3.
Das anglerische Fazit: Angler nehmen grundsätzlich zu viel mit auf Reisen, und selbst 10 Köder sind im Grunde noch zu viel. Das schreit nach einer 5-Lure-Challenge, vielleicht beim nächsten Mal …
Info: Neugierig geworden auf eine Hausboottour in Irland? Wir freuen uns auf Ihre Buchungsanfrage und erstellen Ihnen gerne individuelle Angebote mit Flügen zur grünen Insel. Oder rufen Sie uns gerne an unter Tel. +49 (0) 261 - 91554 - 0.
