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Reiseberichte Räuberjagd in finnischer Wildnis
Marius Miesen
Finnland

Räuberjagd in finnischer Wildnis

Ob Zander, Hechte oder Barsche, ob gute Stückzahlen oder auch kapitale Fische – im Lentiira Fishing Camp erlebte Kingfisher-Raubfischexperte Marius Miesen ein Angeln der Superlative.

Für meinen Kumpel Steffen und mich stand fest: Nach vielen Jahren auf der Grünen Insel sollte es dieses Jahr mal wieder etwas ganz anderes werden. Die Wahl fiel auf Finnland, genauer gesagt auf das Lentiira Fishing Camp – ein Reiseziel, das ich bereits 2023 zweimal erkundet hatte und das mich seitdem in seinen Bann gezogen hat.

Damals war ich im Juli zum Testfischen dort, und später im Oktober fischten wir bei Eis und Schnee die „Fly vs. Jerk“. Seit Mai 2024 wird die Anlage von neuen Gastgebern geführt – ein weiterer Grund für mich, unbedingt zurückzukehren. Elise und Rob, die zuvor eine Lodge in Namibia betrieben haben, bringen eine beeindruckende Mischung aus Erfahrung, Herzlichkeit und echtem Gastgeber-Gen mit. Elise stammt aus Finnland, Rob ist gebürtiger Schotte – ein internationales Duo, das mit Leidenschaft und viel Liebe zum Detail arbeitet. Vom ersten Moment an fühlt man sich bei ihnen absolut willkommen.

Unsere Anreise verlief unkompliziert: Wir flogen mit Finnair von Düsseldorf über Helsinki nach Oulu – eine schnelle und bequeme Verbindung. Alternativ bieten sich auch die Flughäfen Kuopio oder Kajaani an, je nach Flugplan und Preis. Vor Ort entschieden wir uns für einen Mietwagen – eine Entscheidung, die ich jedem nur empfehlen kann. Man bleibt flexibel, kann andere Gewässer erkunden oder einfach zum Supermarkt fahren (der nächste liegt übrigens etwa 40 Minuten entfernt). Wer es stressfreier mag, kann sich bequem vom camp-eigenen Transfer abholen lassen – zuverlässig und perfekt organisiert.

Das Lentiira Fishing Camp liegt mitten in der unberührten Wildnis Ostfinnlands. Die Unterkünfte sind zweckmäßig, gut ausgestattet, sauber und gemütlich. Im Haupthaus wird auf Wunsch Frühstück sowie Halb- oder Vollpension angeboten – alles zu fairen Preisen und absolut unaufdringlich. Dies kann übrigens auch spontan vor Ort geordert werden. Besonders beliebt: das Saunahaus direkt am Wasser, das nach einem langen Angeltag für pure Entspannung sorgt. Die Bootsflotte reicht von zweckmäßigen GFK-Booten mit 9,9-PS-Motoren bis zum modernen Buster-Aluboot mit 50 PS.

Fischereilich lässt dieses Revier wirklich keine Wünsche offen! Der Lentiirajärvi liegt direkt vor der Haustür, ist fast doppelt so groß wie der Möhnesee und reicht wahrscheinlich allein schon nicht für ein Anglerleben aus. Doch damit nicht genug: Nur wenige Bootsminuten Richtung Westen fließt der See über den Niskanselkä ab – und was soll ich sagen? Dieser Fluss ist ein Traum für jeden Raubfischangler. Voll mit Hecht, von oben bis unten. Ob mit Jerkbait oder Topwater-Ködern in der Ufervegetation, mit großen Gummifischen im Freiwasser der flussartigen Seen (die übrigens wirklich kapitale Hechte beheimaten) oder mit kleineren Gummis gezielt auf Zander gejiggt – hier kommt jeder auf seine Kosten. Garantiert!

Ganz besonders genossen haben wir die Fischerei nachts. Es wird nicht wirklich dunkel – ein leichter Dunst liegt über dem See, die Luft ist still, die Landschaft liegt im goldenen Licht der Mitternachtssonne. Eine Atmosphäre, die schwer in Worte zu fassen ist. Während der gesamten Zeit auf dem Wasser haben wir vielleicht eine Handvoll Boote gesehen – eine Gruppe Kingfisher-Gäste, die zeitgleich mit uns vor Ort war, und vielleicht drei weitere Boote von Einheimischen, die zu ihren Sommerhäusern übersetzten.

Und auch das ist noch nicht alles: Nur fünf Autominuten vom Camp entfernt liegt eine Forellenstrecke der Extraklasse. Feiste Browntrouts in traumhafter Kulisse. Während unseres Aufenthalts konnte unser Nachbar an nur einem Tag eine Bachforelle von 2,5 Kilo und später noch eine über 4 Kilo fangen.

Ein Blick auf die Landkarte verrät: Allein im nahen Umkreis liegen noch unzählige Seen, in denen wahrscheinlich seit Jahren nicht mehr gefischt wurde. An einem Tag machte ich mich gemeinsam mit einem ortskundigen Einheimischen auf, um einige dieser Gewässer zu erkunden. Die Fischerei dort war schlichtweg traumhaft. Ich fischte ausschließlich mit Topwater-Ködern und erlebte eine Angelei wie in einer anderen Welt. Die Hechte und Barsche attackierten den Köder (in meinem Fall meist der Upper Cutter 128 von Nories) so lange, bis die Haken fest im Maul verankert waren – unbeschreiblich! Auch größere Fische bis 90 cm schraubten sich immer wieder aus dem Wasser, bis sie den Köder schließlich komplett inhaliert hatten. Was kann es Schöneres geben, als in absoluter Stille und Einsamkeit unberührte Seen zu befischen?

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die Braunbärdichte in dieser Region außergewöhnlich hoch ist. Es lohnt sich also, sich beim Unterwegssein immer bemerkbar zu machen – und mit offenen Augen und Ohren durch die Natur zu gehen. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als im Juli 2023 plötzlich ein mehrere hundert Kilo schwerer Braunbär lautlos keine zehn Meter neben mir auftauchte – und ebenso lautlos wieder in der Wildnis verschwand.

Während unserer Zeit vor Ort konnten wir zu zweit über 250 Hechte und Zander fangen – ein Ergebnis, das selbst uns überrascht hat. Auch wenn wir überzeugte Hechtangler sind, haben wir besonders das kurzweilige, spannende Zanderangeln in vollen Zügen genossen. Übrigens: Unsere Kingfisher-Nachbarn hatten ebenfalls großen Erfolg – darunter beeindruckende Zander jenseits der 80 cm-Marke.

Doch nicht nur die Fischerei macht dieses Revier so besonders – auch das Wildlife in Finnland ist eine Klasse für sich. Wir begegneten mehrfach Rentieren, sahen unzählige Elchspuren am Ufer und hörten Geschichten von Vielfraßen und Wölfen. Mein persönliches Natur-Highlight war – neben dem nächtlichen Fischen unter der Mitternachtssonne – das Bear Watching: eine Nacht in einer gut getarnten Hütte mitten im Wald, bei der man mit etwas Glück und Geduld Braunbären in freier Wildbahn beobachten kann. Die Erfolgsaussichten liegen hier wirklich nahe der 100%-Marke. Besonders während der Mitternachtssonne ein einmaliges Erlebnis, das sich tief einprägt.

Wer noch tiefer eintauchen möchte, sollte unbedingt das benachbarte Revier am Pielinen erkunden – ebenfalls Teil unseres Finnland-Angebots bei Kingfisher Reisen. Dort waren wir mit Guide Toni unterwegs, der das Gewässer wie seine Westentasche kennt. Die Fischerei auf Hecht, Zander und Barsch ist dort unfassbar produktiv. In nur fünf Stunden konnten wir zu dritt über 60 Zander fangen – ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt. Besonders angesagt: das brandneue Leihboot mit 60 PS, Frontmotor, Fernbedienung und Livescope-Technologie – High-End für moderne Angler.

Für mich steht fest: Ich werde wiederkommen. Die Mischung aus wilder Natur, großartiger Fischerei, echter Gastfreundschaft und dieser unvergleichlichen Ruhe macht das Lentiira Fishing Camp zu einem der besten Raubfischreviere, das ich je erlebt habe. Ob ambitionierter Hechtangler, Zanderfan oder einfach nur Naturliebhaber – hier findet jeder sein Abenteuer.

Finnland wartet – und es lohnt sich. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot mit Flügen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ins Lentiira Fishing Camp. Rufen Sie uns gerne an unter Tel. +49 (0) 261 - 91554 - 0 oder stellen Ihre Buchungsanfrage ganz schnell und praktisch in unseren Online-Formular.