Fische finden mit dem Echolot

24. September 2019

Bilder richtig interpretieren

Abbildung 1: Mit dem Boot auf hoher See angeln, das ist Angelspaß pur. Wer dann, beispielsweise mithilfe eines Sonargerätes, weiß, wo sich die Fischgründe befinden, kann sicher reiche Beute machen und viele Fische aus dem Wasser holen.

Fische finden mit dem Echolot – die Bilder richtig interpretieren

Die Bilder des Echolots zu verstehen, ist heute gar keine so große Herausforderung mehr. Es kann allerdings nicht schaden, ein wenig Hilfe beim Interpretieren zu haben. Damit kann jeder selbst erkennen, was die Bilder bedeuten und die Fangquoten erhöhen.

Viele Bootsangler versprechen sich von der Verwendung eines Echolots, Fische oder Hotspots leichter zu finden – egal, ob es nach Island, Irland oder Spanien zum Angeln geht. Doch beim ersten Blick auf das teure Gerät macht sich Ernüchterung breit: Das Lesen des Fischfinders will gelernt sein. Laien können am Anfang nicht sehr viel mit den Bildern anfangen. Sie fahren kilometerweit, bevor sie anfangen zu angeln.

Je eher also klar ist, was das Echolot bedeutet, umso eher kann das Angeln beginnen. Da es mit den meisten Bedienungsanleitungen etwas schwierig wird vor lauter Fachchinesisch die Fische zu finden, will dieser Artikel die Suche erleichtern helfen.

Die Fische sind als Sicheln zu sehen – warum?

Die Arbeitsweise eines Sonars geht laut jw.org auf die Delfine zurück. Sie finden im Meeresgrund eingegrabene kleine Fische mithilfe ihres Sonars. Sie werten das Echo aus. Dasselbe macht das Echolot. Schwimmt nun ein Fisch unter dem Boot hindurch, erfasst ihn der äußere Sendestrahl des Echolots. Die Distanz ist jetzt am größten. Je mehr der Fisch zur Mitte schwimmt, umso geringer ist die Distanz. Das Signal auf dem Echolotdisplay wandert also nach oben und bildet dabei die erste Sichelhälfte. Von der Mitte an kehrt sich der Prozess um, die Distanz vergrößert sich bis zu ihrem Maximum am äußersten Rand. Das Echolot zeigt an, dass sich der Fisch wieder entfernt. Das Signal wandert wieder nach unten. Jetzt hat das Echolot eine Fischsichel angezeigt. Wer sich jetzt so gar nichts vorstellen kann, sollte sich die Fishfinder bei Echolotprofis.de anschauen.

Die Bedeutung der Frequenzen

Das Echolot sendet die hohen Frequenzen von beispielsweise 200 kHz in einem bestimmten Abstrahlwinkel aus. So entsteht ein kleiner Kegel, weil die Distanz zwischen äußeren Rand des Kegels und dem Zentrum kleiner ist. Wäre der Distanzunterschied zwischen Rand und Zentrum größer, würde ein breiterer Kegel entstehen. Dadurch verringert sich der zuvor beschrieben Sicheleffekt. Eine niedrigere Echolotfrequenz erzeugt einen größeren Abstrahlwinkel. Der Sicheleffekt nimmt stark zu. Wenn die Frequenz geringer ist, ist der Abstrahlwinkel umso breiter und der Fischsicheleffekt umso ausgeprägter.

Das CHIRP-Sonar – was ist das?

CHIRP steht für Compressed High-Intensity Radiated Pulse. Der Geber sendet die Schallwellen anders aus als beim herkömmlichen Sonar. Beim herkömmlichen Sonar sendet der Geber eine Schallwelle nach der anderen aus. Aus den zurückkommenden Echos setzt er ein Bild zusammen. CHIRP sendet mehrere Schallwellen in unterschiedlichen Frequenzen gleichzeitig aus. Es kommen Echos der ausgesendeten Frequenzen zurück, die das Echolot analysiert. Höhere Frequenzen machen sensiblere Echos möglich, während niedrigere Frequenzen tiefer eindringen. Deshalb liefert das CHIRP-Sonar mehr Informationen und damit detailreichere Bilder.

Die Fischsichel hängt ab von der Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit ist der wichtigste Faktor bei der Berechnung der Bilder im Echolot. Wenn der Fisch durch den Kegel wandert, entsteht eine Sichel. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Boot fährt und die Fische sich nicht bewegen, ob die Fische unter dem ruhenden Boot hindurchschwimmen oder ob beides passiert. Schwimmt der Fisch extrem langsam unter dem Boot entlang, erscheint er permanent auf dem Display des Echolots und nicht nur einen kleinen Moment.

Der Fisch ist eine durchgehende Linie über die gesamte Breite des Bildschirms, denn er wird die ganze Zeit vom Sonar erfasst. Dabei kann es sein, dass die Linie sinkt oder ansteigt, weil er nur sehr langsam durch den Sendekegel des Echolots schwimmt. Der Effekt ist kaum zu sehen. Schwimmt der Fisch jedoch mit hoher Geschwindigkeit unter dem Boot vorbei, erfasst ihn das Echolot nur kurz. Die Auf- und Abbewegung, während er durch den Kegel schwimmt, ist viel stärker komprimiert dargestellt. Deshalb entsteht eine sogenannte Fischsichel und nicht bloß eine Linie, die langsam über das gesamte Display nach oben geht.

Wozu ist Down-Imaging gut?

Abbildung 2: Die Taucher der Polizei verwenden ebenfalls Sonargeräte, um Unterwasser etwas zu finden. Mithilfe von Down-Imaging bekommen die Angler ein fotorealistisches Bild der Welt unter Wasser, wie in diesem Video erläutert. Damit bleiben keine Zweifel offen, was sich gerade unter dem Fischerboot abspielt. Das ist ein großer Vorteil für Angler. Im 2D-Sonar ist zwar keine Struktur am Grund erkennbar, weil sie nicht weiter identifizierbar ist. Es zeigt sich erst im DI-Modus, was da unten liegt.

Unerfahrene Angler würden einen versunkenen Baum im 2D-Sonar mit einem Fischschwarm verwechseln, und vom Jagdfieber getrieben einen Köder nach dem anderen ins Wasser werfen. Down-Imaging macht sichtbar, dass sich etwas ganz anderes unter Wasser befindet, das für die gleichen ständigen Hänger verantwortlich ist.

Side-Imaging

Beim klassischen 2D-Sonar läuft das Echolotbild von rechts nach links. Beim Side-Imaging läuft die Darstellung von oben nach unten. Das ist wahrscheinlich der größte Unterschied zwischen den beiden Arten. Beim Side-Imaging befindet sich oben in der Mitte das Boot. Je weiter ein Angler nach unten schaut, umso weiter liegt das mit dem Echolot Erfasste in der Vergangenheit. Dabei ist in der Mitte ein dunkelblauer Bereich sichtbar. Das ist die Wassersäule unter dem Boot. Das Echolot vermisst beim Side-Imaging das Wasser, das sich unter dem Boot befindet. Der tiefe, dunkelblaue Bereich zeigt tiefes Wasser an, wenn der Bereich breiter ist und flaches Wasser, wenn der Bereich schmaler ist.

Abbildung 1: Pixabay ©Barni1 (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: Pixabay © Markus_Roider (CC0 Public Domain)