Schwedischer Geheimtipp für große Hechte und Barsche
Frank Brodrecht machte eine Stippvisite zum Raubfischangeln in Nordschweden. Sein erster Eindruck vom Angelcamp Solsidan am Ljusnan, einem wunderschönen Fluss, der in seinem Verlauf mehrere fischreiche Seen bildet: Hier sollte man unbedingt länger bleiben!
Solsidan – die Sonnenseite! Gerne folge ich der Einladung von Anders, mir seine kleine Anlage am Ljusnan in Nordschweden anzuschauen. Bei strahlendem Sonnenschein – der Name Solsidan ist Programm – folge ich Ende Mai der E4 von Gävle nordwärts in Richtung Sundsvall, biege in Tönnebro ab auf die 83 nach Bollnäs und erreiche endlich den kleinen Ort Arbrå am Ljusnan. Ich habe vom Fluss schon einiges gehört: Richtig große Hechte soll es geben, und kapitale Barsche, und nicht zu vergessen: dicke Zander!
Anders hat nicht zu viel versprochen: Seine 3 Ferienhäuser liegen direkt oberhalb des Flusses, sind komfortabel und großzügig eingerichtet, das größte der Häuser, Haus Solsidan, sogar mit großer Sauna und Relaxbereich im Untergeschoss. Von den Unterkünften führt ein Weg etwa 150 Meter den Prallhang hinab an den Fluss. Ganz schön steil – das merkt man besonders beim Rückweg nach einem langen Angeltag. Nichts für herz- oder fußschwache Altangler!
Unten bei den Booten angekommen staune ich nicht schlecht: eine kleine Flotte an gut ausgestatteten und sehr stabilen 15ft Alubooten, wie man sie in Süßwasserschweden nur selten bekommt. Echolot mit GPS, ein 20 PS 4-Takt-Außenborder, dazu ein kräftiger E-Motor, der mir später beim Versetzen des Boots in der leichten Strömung des Ljusnans noch gute Dienste leisten wird. Große Klasse!
Doch nun steht die Einweisungsfahrt mit Anders auf dem Programm, die jeder Gästegruppe zuteilwird. Der herzliche Gastgeber zeigt mir auf der rund 20 Kilometer langen Fischstrecke des Ljusnans den Verlauf des Flusses und lässt mich über die Steilkanten in den beiden Stauseen der Strecke, den kleineren Kyrksjön und den fast 10 km langen Orsjön, staunen: Hier hat die Strömung des Flusses Sandbänke und Abbrüche geschaffen, an denen der Grund von 50 cm Tiefe fast senkrecht auf mehr als 10 m abfällt. Dass sich hier nicht nur der Propeller des Außenborders ruinieren lässt, sondern im Sommer auch die Zander einstellen, kann ich mir gut vorstellen.
Doch dies ist nur eine von mehreren Eigenarten des Reviers: Die Stauwerke flussab regulieren die Fließmenge des Ljusnans, und so kann ein Angelplatz sich in wenigen Minuten von einer stillen Bucht in einen munter fließenden Abschnitt mit Kehrwasser wandeln.
Als ich später allein mit dem Boot dem Flusslauf folge, kann ich die Bodenstruktur in manchen Abschnitten des Flusses nicht deuten. Ist das Echolot defekt oder haben sich da unten in 5-6 m Tiefe riesige Fischschwärme versammelt? Weder noch. Beim zweiten Hänger steht fest: Ich treibe über einem versunkenen Waldstück, eine Folge der Staudamm-Projekte am Ljusnan. Also beim Fischen unbedingt das Echolot im Auge behalten, sonst kann der Urlaub in Solsidan durchaus „köderintensiv“ werden …
Doch nun zum Wichtigsten – der Angelei! Kann der Ljusnan liefern, was er verspricht? Er kann! Die vielen Strukturen, Löcher, Strömungskanten und Baumstämme sind ein Paradies für Hecht, Barsch und Zander. Kein Wunder, dass die Räuber hier zu kapitalen Gewichten heranwachsen. In den 2 Tagen, die ich auf dem Fluss verbringe, lerne ich das Revier allmählich kennen und erfahre wie so oft, dass die Fische erst einmal gesucht werden müssen. Wenn ich aber ein Kehrwasser oder eine Kante gefunden habe, an der sich Futterfische gesammelt haben, dann knallt es! Ich fange nicht viele, aber durchweg große Hechte, die zum Teil an der Metermarke kratzen. Dicht am Ufer, an Steinschüttungen und Felskanten, stürzen sich Barsche auf meine Gummifische, die meisten über 40 cm. Und weil ich mich in der kurzen Zeit nicht auch noch mit dem Zanderfischen beschäftigen will, schaue ich drei Anglern über die Schulter, die ebenfalls zu Besuch bei Fishing Solsidan sind. Sie fangen in den beiden Seen mehr als 40 Zander und zeigen mir das Foto eines Hechts, der am Vortag einen kleinen Zander-Shad genommen hatte und an die 10 kg auf die Waage gebracht haben dürfte.
Fazit: Der Ljusnan - ein anglerisches Highlight. Nicht ganz einfach zu befischen, aber ein Traumrevier für Raubfischangler, die es auf einen richtig großen Hecht oder Barsch abgesehen haben. Mehr Infos zum Revier, den Unterkünften und der Angelei bekommen Sie hier.
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