Erst als das grau-glitterfarbene Sandaal-Imitat bis zum Grund getaumelt ist, beginne ich mit dem relativ zügigen Einkurbeln des 140 Gramm schweren Gummiköders. Das Meer vor der Nordwestküste Senjas liegt spiegelglatt vor uns, sodass Angelguide Ponthus es heute wagen konnte, mit dem 25ft langem Alumarin Boot etwa 45 Minuten weit hinauszufahren. Sein Ziel: ein verheißungsvolles Pleateau, an dem der Grund auf etwa 15 Meter ansteigt – ein bekannter Hotspot für dicke Dorsche, Seelachse und gute Heilbutte.
"Jetzt stehen wir direkt im Schwarm", ruft Ponthus freudestrahlend und zeigt auf das mit dicken Sicheln gespickte Echolot. Nachdem ich den Sandaal etwa zehn Meter weit eingekurbelt habe, lasse ich ihn wieder ein Stückchen absinken. Eine Sekunde, zwei Sekunden – Biss! Meine Spinnrute biegt sich sogleich wie ein Flitzebogen, und die Rollenbremse der 5.000er Stationärrolle beginnt zu singen!
Top-Revier zum Heilbuttangeln mit vielen Facetten
Während ich drille, wird Ponthus ganz unruhig. "Bei mir beißt es auch, aber auf Naturköder", sagt er aufgeregt und greift sich seine wippende Bootsrute, die er mit einem kleinen Seelachs beködert hat. Dabei angeln wir erst seit etwa zehn Minuten an diesem Platz ...
Während ich einen Seelachs der Meterklasse lande, setzt Ponthus einen beherzten Anhieb. Sitzt! Sofort verneigt sich seine Bootsrute, und der Fisch nimmt Schnur. Sie ahnen sicherlich, dass es sich bei diesem Drill um einem Heilbutt handeln muss – ein Exemplar von gut einem Meter, wie sich etwas später herausstellt, der perfekte Küchenfisch!
Nicht der einzige Butt, den wir während unserer Gudingausfahrten mit Ponthus an einigen Maitagen an den Haken bekommen. Zusammen mit meinen Mitanglern Sebastian Endres vom Angelmagazin FISCH & FANG und Felix von Nolting vom Rutenbauer Sportex fangen wir sowohl auf Gummi- als auch auf Naturköder einige schöne Fische. Und das nicht nur weit draußen, sondern auch dicht am Camp. Alles in angenehmen Tiefen von etwa 15 bis 35 Metern.
Außerdem gehen Dorsche, Seelachse, Steinbeißer und Schellfische an unsere Haken, also eine bunte Artenvielfalt, wie man sie hier im hohen Norden so liebt und erwarten kann. Ob man nun mit 30-lbs-Bootsruten oder leichtem Spinngerät angeln will, mit Kunst- oder Naturköder – an der Küste Senjas ist die volle Bandbreite möglich.
