Lower Lough Erne - Irland von seiner schönsten Seite!

07. Dezember 2016

Steffen Heintges berichtet von seiner Reise zu den Tully Bay Cottages am Lower Lough Erne:

Bereits auf den gut zweieinhalb Stunden Autofahrt vom Airport Dublin bis in die nordirische Kleinstadt Enniskillen zeigte sich Irland von seiner schönsten Seite. Über grüne Hügel und Täler, vorbei an unzähligen kleinen und großen Seen, getaucht in ein schimmerndes goldenes Licht, ging die Reise hinauf in den Nordwesten der irischen Insel. Unser ausgemachtes Ziel waren die Tully Bay Cottages am Lower Lough Erne. Die Cottages liegen auf der Südseite des Lough Erne zwischen den Ortschaften Enniskillen und Belleek. Gemeinsam mit Marius Miesen von Kingfisher Reisen wollten wir in erster Linie den Hechten und Barschen der Region nachstellen. 

Unser Ferienhaus ist wunderschön direkt am See gelegen. Mit direkten Zugang zum hauseigenen Anlegesteg, samt Boot, ein Traum für jeden Vollblutangler.

Die Schlafzimmer des Hauses sind zweckmäßig eingerichtet und bieten komfortable  und bequeme Betten sowie genügend Stauraum für Kleidung. Eine wirklich sehr gut ausgestattete Küche und ein geschmackvoll eingerichtetes Wohnzimmer mit Kamin rundeten meinen ersten Eindruck ab. Draußen auf der Terrasse, zwischen Haus und Bootssteg, befindet sich eine Sitzgruppe mit eigener Grillfeuerstelle. Zu unserer Überraschung befanden sich im Kühlschrank bereits einige Dosen irischen Bieres, was uns bereits einen freudigen Vorgeschmack auf die irische Gastfreundschaft bereitete. 

Direkt am folgenden Tag war ein Guiding mit dem lokalen Ghillie Martin O´Shea gebucht, der uns mit dem riesigen See vertraut machen sollte. Neben dem umfangreichen fischereilichen „know how“ kennt Martin sein Gewässer wie seine Westentasche und konnte uns daher einige wichtige Tipps und Hinweise für den weiteren Verlauf unserer geplanten Angeltage geben. Denn der Lough Erne ist zwar ein ausgezeichnetes Fischgewässer aber auch ein nicht ungefährliches Fahrwasser, in dem schon einige Freizeitkapitäne ihr jähes Ende gefunden haben. Nach kurzer und herzlicher Begrüßung ging es dann endlich hinaus aufs Wasser. Schnell waren die ersten Schleppruten ausgebracht und wir genossen den herrlichen Sonnenaufgang. Bereits nach kurzer Zeit konnten wir einige Forellen zu einem Landgang überreden, lediglich die Größe der Fische war noch ausbaufähig. Das Equipment das wir zum Schleppen verwendeten, war für unsere Verhältnisse etwas gewöhnungsbedürftig. Auf den ersten Blick waren die großen Baitrunner Rollen und starken Ruten etwas überdimensioniert gewählt. Jedoch muss man hier immer mit Ausnahmeforellen, großen Hechten und sogar Lachsen rechnen, die zu leicht gewähltes Gerät schnell an seine Grenze bringen können. Bei den Ködern vertrauten wir ganz auf die Erfahrung von Martin und fischten den, gerade bei Einheimischen sehr geschätzten, „Tasmanian Devil. Zudem waren flach laufende, auffällige Wobbler zwischen 7cm und 9cm immer für ein paar Bisse und Fische gut. So konnten wir bis zum Mittag einige Forellen und halbstarke Hechte überlisten.

Nach einer kurzen Stärkung mit Sandwiches und Tomatensuppe, welche Martin extra für uns  mitgebracht hatte, ging es nun in einen flacheren Teil des Sees, welcher durch eine Insel vom Rest des Lough Erne getrennt ist. Hier versuchten wir nun mit wesentlich größeren Ködern, vornehmlich großen ShadRaps und Blinkern, entlang der vielen Schilfgürtel gezielt ein paar Hechte zu fangen. Schnell stellte sich auch hier der Erfolg ein und ein paar wirklich sehr kampfstarke Fische, sowohl Hechte als auch Barsche, fanden den Weg ins Boot. Leider frischte nun immer wieder der Wind stark auf und wir mussten uns auf den ca. einstündigen Heimweg zum Heimathafen in der Tully Bay aufmachen.

Der nächste Angeltag sollte nun ganz im Zeichen eines hier in Irland doch sehr vernachlässigten Fisches stehen: dem Barsch. Mit unseren Dropshot- und Vertikalruten steuerten wir ein paar interessante Spots an, die wir im Laufe des gestrigen Tages ausfindig gemacht hatten. Dabei handelte es sich in erster Linie um steil abfallende Kanten und Steinfelder. Schon nach wenigen Würfen stellte sich der Erfolg ein und einige halbstarke Barsche konnten den angebotenen kleinen Gummifischen nicht wiederstehen. Diesen folgten auf den weiteren Driften noch unzählige weitere Barsche zwischen 20-30 cm. Auch ein kleiner 50er Hecht konnte dem verführerisch präsentierten Dropshot-Köder nicht wiederstehen und wurde so zu einer willkommenen Abwechslung  im Barschreigen. Leider mussten wir auch diesen Tag windbedingt früher abbrechen als uns lieb war, jedoch sollte diese Methode auch in den kommenden Tagen eine willkommene Abwechslung zum Schleppangeln werden.

Da uns in dieser Woche Wind und Wetter einige Male einen Strich durch die Rechnung machte, hatten wir Gelegenheit die Umgebung etwas genauer zu erforschen. So unternahmen wir unter anderem Ausflüge in die Küstenstädte  Bundoran und Sligo sowie in die umliegende Landschaft. Hier genossen wir neben dem herrlich maritim/irischen Flair auch die wunderschöne Natur. Besonders hervorzuheben ist hier der lange und breite Sandstrand zwischen den Ortschaften Ballyshannon und Bundoran sowie der Glencar Waterfall welcher sich ungefähr 15km nördlich von Sligo in das Tal des Glencar ergießt.

Doch auch Enniskillen, die Hauptstadt des County Fermanagh lädt durch seine unzähligen kleinen Pubs und Restaurants zum Verweilen ein und bietet darüber hinaus auch einige Einkaufsmöglichkeiten. Eine Besonderheit bietet hier die eigentliche Kernstadt Enniskillens, welche sich, getrennt durch zwei Flussläufe des Erne, auf einer Insel befindet. 

Leider ging auch dieser Urlaub wieder viel zu schnell vorbei. Was jedoch bleibt ist eine Vielzahl gesammelter Eindrücke, welche ich nur schwerlich in einem kleinen Text wie diesem zusammenfassen kann. Die irische Gastfreundschaft, die wir insbesondere durch unsere Gastgeber sowie unseren Guide Martin und die vielen neuen Bekanntschaften kennenlernen durften, haben uns schlichtweg überwältig.

Mit Ihren unzähligen Seen, den geheimnisvollen, in Nebelschwaden gehüllten Tafelbergen sowie den sanften grünen Hügeln und schroffen, felsigen Küsten ist die Natur auf der irischen Insel einfach einzigartig und von ihrer mystischen Schönheit unübertroffen. Wer einmal das Glück hatte diese Menschen, diese Natur und vor allem auch diese Fischerei hier kennenlernen zu dürfen, wird sicher immer wiederkehren!